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Stadtmuseum Nürtingen in der Presse

 

Nürtinger Zeitung 06.03.08

Frischer Wind für das Stadtmuseum

Stadtmuseum NürtingenKultur-, Schul- und Sozialausschuss gibt grünes Licht für eine stufenweise Neugestaltung – Startschuss noch in diesem Jahr

NÜRTINGEN. Frischer Wind fürs Nürtinger Stadtmuseum. Der Kultur-, Schul- und Sozialausschuss gab am Dienstag grünes Licht für eine stufenweise Erneuerung. Der Startschuss soll im Erdgeschoss fallen. Vorgesehen ist eine Neugestaltung der Dauerausstellung. Im Haushaltsplan sind dafür 145.000 Euro vorgesehen.

Anneliese Lieb

Die Zeiten ändern sich. Sah es vor einigen Jahren, als die Mittel in der Stadtkasse knapp waren, um die Zukunft des Stadtmuseums sehr düster aus, so entwickelt sich jetzt alles viel erfreulicher. Positiv gestimmt hat die Verantwortlichen ganz offensichtlich auch eine Informationsfahrt im Dezember. Vertreter aller Gemeinderatsfraktionen, der Verwaltung, des Schwäbischen Heimatbundes und des Fördervereins Stadtmuseum haben fünf Museen in der Umgebung besichtigt und sich dabei näher mit der Problematik des zeitgemäßen Präsentierens geschichtlicher Inhalte beschäftigt. Im Januar traf man sich erneut zu einer Arbeitssitzung. „In einem sehr konstruktiven Arbeitsklima wurde das Konzept des Erdgeschosses vervollständigt“, so Angela Wagner-Gnan. Schriftlich ausgearbeitet für die Ausschusssitzung hat die Museumsleiterin auch das Zukunftskonzept für das Museum, das außer der Neugestaltung der Dauerausstellung auch die Positionierung des Stadtmuseums im künftigen Wörth-Areal und im Tourismuskonzept beinhaltet.

Neugestaltung wird noch in diesem Jahr begonnen

Der Dauerausstellung als „Herz“ des Museums wird oberste Priorität eingeräumt. Vorgesehen ist eine zügige Umsetzung. Als Wunschtermin wird von Angela Wagner-Gnan die Neueröffnung der Abteilung für Dezember 2008 ins Auge gefasst. Vorgesehen ist aber nicht nur eine Überarbeitung der Stadtgeschichte, auch eine Verbesserung des Eingangsbereiches wird gewünscht. Gedacht ist an einen Glasvorbau, der die enge Theke entlasten und Informationsmaterial für die Touristen in einladender Form präsentieren könnte. Für diesen zweiten Schritt müssen die Planung und die Kosten noch ausgearbeitet werden. Zusammen mit dem Umbau der Scheune, in der die Museumspädagogik Raum finden soll, ist von einer ersten Kostenschätzung in Höhe von rund 500.000 Euro die Rede.

Für die Finanzierung der audiovisuellen Medien hat sich der Förderverein Stadtmuseum auf Sponsorensuche begeben und kann bereits erste Erfolge verbuchen. Erst kürzlich durfte Petra Garski-Hoffmann einen Scheck der Firma Metabo entgegennehmen.

Wie soll das Museum 2010 aussehen? Museumsleiterin Angela Wagner-Gnan hat hier ganz konkrete Vorstellungen. Den Eingangsbereich wünscht sie sich offen, hell und freundlich. Die Dauerausstellung soll verständlich, bunt, interaktiv, niederschwellig und fundiert sein. „Geschichte soll Spaß machen.“ Im Erdgeschoss sollen die Epochen der Stadtgeschichte von den „ersten Menschen“ bis ins Aufklärungszeitalter gezeigt werden. Im Obergeschoss soll die Handwerks- und Industriegeschichte mit Schwerpunkt 19./20. Jahrhundert präsentiert werden.

Im Zwischengeschoss lädt das Museum zur Beschäftigung mit „Hölderlin und Nürtingen“ ein. Gedacht ist hier auch an ein Literaturkino. Der Wunsch nach einem Museumscafé in der Scheune wird vorerst zurückgestellt, bis man weiß, wie sich das benachbarte Wörth-Areal entwickelt.

In den Reihen der Kultur-Ausschussmitglieder haben die konstruktiven Arbeitssitzungen einen positiven Eindruck hinterlassen. CDU-Gemeinderat Roland Bosch wies als Erster darauf hin, dass die Konzeption in seiner Fraktion auf fruchtbaren Boden gestoßen sei und man die Realisierung der Stufe eins auf jeden Fall mittragen werde. Stufe zwei und drei – Eingangsbereich und Obergeschoss – sollten noch überarbeitet werden. Auch Anne Marie Hammelehle (FDP/Liberale Bürger) war voll des Lobes. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Bärbel Kehl-Maurer, plädierte dafür, dem Museum eine Präambel voranzustellen und darin explizit aufzuführen, „was unser Stadtmuseum von den anderen abhebt.“ Peter Rauscher (Nürtinger Liste/Grüne) hält eine Präambel für überflüssig, „hier werden Selbstverständlichkeiten formuliert.“

Museumscafé weiterhin als Provisorium

Ohne lange Vorrede gab Dr. Otto Unger, Fraktionschef der Freien Wähler, zu verstehen, dass seine Fraktion die Stufen eins und zwei des Vorhabens mittragen wird. Ungers Wunsch ist, das Museumscafé im Sommer wieder als Provisorium anzubieten. Angela Wagner-Gnan nickte zustimmend. Den Startschuss für die Museumsneugestaltung muss der Gemeinderat geben.

Foto: Stadt investiert ins Stadtmuseum: Stufenweise Neugestaltung soll die Einrichtung wieder attraktiver machen. (Holzwarth)